Städte in den USA verschärfen zunehmend Regeln für den Bau von Datenzentren, die künstliche Intelligenz (KI) und andere rechenintensive Dienste versorgen. Anlass ist eine neue Studie sowie wachsende lokale Proteste wegen Gefährdungen der Wasserver- und -nutzung, steigender Stromkosten und Flächennutzungskonflikten.
Studie dokumentiert hohen Wasserbedarf von Kraftwerken
Eine Analyse von Ceres ermittelte, dass Kraftwerke, die Datenzentren in sieben Bundesstaaten versorgen, jährlich rund 3,4 Billionen Gallonen Süßwasser entnehmen. Diese Wassermenge entspricht etwa 10,4 Millionen Acre-Foot und übersteigt damit die durchschnittliche jährliche städtische Wassernachfrage Kaliforniens von 8 Millionen Acre-Foot.
Die sieben untersuchten Staaten – Virginia, Texas, Kalifornien, Illinois, Georgia, Ohio und Arizona – beherbergen etwa die Hälfte der US-Datenzentren. Laut der Studie waren rund zwei Drittel der dortigen wasserentnehmenden Kraftwerke mittlerer bis hoher Wasserknappheit ausgesetzt.
Lokale Maßnahmen und wachsende Opposition
Als Reaktion darauf haben mehrere Städte und Gemeinden Einschränkungen, Moratorien oder Verbote verhängt. Austin, Texas, stimmte kürzlich einstimmig, Regeln auszuarbeiten, die neue Datenzentren einschränken oder ausschließen könnten. Der Stadtrat beabsichtigt, den ersten Abschnitt der geplanten Änderungen des Land Development Code bis Dezember zu prüfen.
Weitere kommunale Maßnahmen reichten von Zonenverboten bis zu zeitlichen Baustopps. Beispiele umfassen unter anderem San Marcos (Texas), Durham (North Carolina), Cave City (Kentucky) sowie Jersey City (New Jersey), wo Datenzentren als Hauptnutzung von Industrieflächen verboten wurden.
- Austin, Texas – Stadtrat leitet Ausarbeitung von Beschränkungen ein
- San Marcos, Texas – Zonierungsverbot
- Durham, North Carolina – Moratorium
- Cave City, Kentucky – Moratorium
- Jersey City, New Jersey – Verbot als primäre Nutzung
Die lokale Ablehnung hat auch zu Demonstrationen geführt; laut Berichten wurden in diesem Jahr mindestens 37 Personen bei Protesten gegen KI-Datenzentren festgenommen. Insgesamt standen Anfang 2026 mindestens 75 vorgeschlagene Projekte mit einem geschätzten Volumen von rund 130 Milliarden US-Dollar unter lokaler Opposition.
Auswirkungen auf Gesetzgebung und Verwaltung
Die Reaktion beschränkt sich nicht auf Kommunen. Auf Landesebene gab es ebenfalls Initiativen: In Maine verabschiedete das Parlament einen Gesetzesentwurf für ein landesweites Moratorium auf große Datenzentren, den die Gouverneurin jedoch wegen eines Projektausnahmefalls ablehnte; daraufhin wurde ein Beratungsgremium zur Untersuchung der Datenzentrumspolitik eingerichtet. Pennsylvania führte neue Anforderungen ein, darunter jährliche Berichte zu Wasser- und Energieverbrauch großer Datenzentren.
Die Studie weist außerdem darauf hin, dass ein Teil des von Kraftwerken entnommenen Wassers zwar zurückgeführt wird, aber ein erheblicher Anteil durch Verdunstung und andere Prozesse dauerhaft verbraucht wird und somit nicht sofort wiederverwendbar ist. Diese Tatsache erhöht die Sorge der Kommunen um lokale Wasserressourcen und zukünftige Versorgungsengpässe.
Städte und Bundesstaaten stehen damit vor der Herausforderung, wirtschaftliche Entwicklung mit dem Schutz knapper Ressourcen in Einklang zu bringen. Die Debatten über Regulierungen, Berichtspflichten und mögliche Standortalternativen für rechenintensive Datenzentren dürften in den kommenden Monaten weiter zunehmen.








