Pakistan sucht Anregungen bei Hongkongs Erfahrungen mit tokenisierten Anleihen
Pakistan erkundet Möglichkeiten, tokenisierte Kapitalmärkte nach dem Vorbild Hongkongs zu gestalten. Delegationen aus Pakistan trafen sich mit hohen Vertretern der Finanzaufsicht in Hongkong, um Erfahrungen bei digitaler Anleiheemission und Regulierung auszutauschen.
Der Vorsitzende der pakistanischen Virtual Assets Regulatory Authority (PVARA), Bilal Bin Saqib, traf Hongkongs Secretary for Financial Services, Christopher Hui. In der Begegnung ging es unter anderem um „digital bond issuance,» regulatory innovation, und wie Tokenisierung die Kapitalbildung und den Marktbetrieb effizienter unterstützen könnte.
Schwerpunkte des Austauschs
Zusätzlich sprach Saqib mit Dr. Kelvin Wong, Chairman der Hongkonger Securities and Futures Commission (SFC). Dabei wurden Themen wie Lizenzierung, Aufsicht, Anti-Money-Laundering (AML), Tokenisierung und Stablecoins erörtert.
Für Saqib steht die Entwicklung tokenisierter Kapitalmärkte im Vordergrund. In den offiziellen Stellungnahmen heißt es, dass Tokenisierung für Schwellenländer nicht nur eine Technologiefrage sei, sondern vor allem eine Frage der Kapitalbildung: „If we can make Pakistani assets easier for global investors to access, settle and hold, we can widen the pool of capital available to the country.»
Was Hongkong vorzuweisen hat
Hongkong hat bereits mehrere tokenisierte Anleihetranchen emittiert. 2023 gab die Regierung tokenisierte Green Bonds in Höhe von 102 Mio. US-Dollar aus, 2024 folgte eine größere Multiwährungs-Tranche über 766 Mio. US-Dollar. Später wurde eine weitere Emission über 1,28 Mrd. US-Dollar verbucht.
Zur Skalierung seiner tokenisierten Märkte zog die Hongkonger Notenbank HKMA im Juni 2026 externe Expertise von Instituten wie JPMorgan und HSBC hinzu. Diese Praxis macht Hongkongs Vorbild für Länder wie Pakistan besonders relevant, die eigene Strukturen aufbauen möchten.
Die Diskussionen zwischen PVARA und den Hongkonger Behörden konzentrieren sich auf konkrete Implementierungsfragen und regulatorische Rahmenbedingungen, die notwendig sind, um tokenisierte Anleihen vertrauenswürdig und marktfähig zu machen.
Wichtige Themen, die in den Gesprächen genannt wurden, lassen sich zusammenfassen:
- Regulatorische Innovation und Aufsichtsrahmen für digitale Wertpapiere
- Lizenzierung und Überwachung von Marktteilnehmern
- AML-Standards und Sicherheitsanforderungen
- Technische Aspekte der Verwahrung, Abwicklung und Marktinfrastruktur
Die Gespräche finden vor dem Hintergrund hoher Regionaladaption von Krypto-Technologien statt: Laut den zitierten Berichten verzeichnete die APAC-Region 2025 die stärkste Krypto-Adoption, wobei sowohl Hongkong als auch Pakistan zu den Ländern mit starken Adoptionsraten gehörten.
Auf nationaler Ebene hat Pakistan zuletzt regulatorische Schritte unternommen: Die PVARA wurde im vergangenen Jahr eingerichtet, um Lizenzen zu vergeben, den Markt zu überwachen und die Branche zu regeln. Im August öffnete die Behörde ihren Lizenzrahmen und setzte den 5. September als Frist für bestehende Krypto-Anbieter, eine Lizenz zu beantragen oder den Markt zu verlassen.
Die Kontaktaufnahme mit Hongkong zeigt, dass Pakistans Strategie über reines Lizenzwesen hinausgeht und gezielt die Entwicklung tokenisierter Kapitalmärkte anstrebt, um die Zugänglichkeit heimischer Vermögenswerte für internationale Investoren zu verbessern.








