Stark konzentrierte Gewinne im britischen Kryptomarkt
Die britische Steuerbehörde HMRC hat erstmals detaillierte Zahlen zu Krypto-Veräußerungen veröffentlicht und zeigt damit, wie stark Gewinne in wenigen Händen gebündelt sind. Im Steuerjahr 2024–25 gaben demnach 240 Personen jeweils mehr als 1 Million Pfund an steuerpflichtigen Kryptoasset-Gewinnen an.
Diese 240 Personen erwirtschafteten zusammen 717 Millionen Pfund und stellen weniger als 2% der 17.600 Personen, die insgesamt Krypto-Veräußerungen meldeten. Trotz ihrer geringen Zahl macht diese Gruppe über die Hälfte der insgesamt berichteten 1,38 Milliarden Pfund an Gewinnen aus.
Verteilung nach Volumen und Demografie
Die HMRC-Daten zeigen zudem, dass das Gros der Meldenden deutlich kleinere Beträge angibt: 65% der Steuerzahler mit Kryptoaktivitäten meldeten Gewinne unter 25.000 Pfund und trugen lediglich 7% zu den Gesamtgewinnen bei.
Die demografische Zusammensetzung unterscheidet sich deutlich von der breiteren Gruppe der Kapitalgewinnsteuerpflichtigen: 54% der Krypto-Steuerzahler sind zwischen 25 und 44 Jahre alt, verglichen mit 17% in der gesamten Gruppe der Kapitalgewinnsteuerpflichtigen. Insgesamt sind 81% der Krypto-Meldenden 54 Jahre oder jünger.
- Männer machten 87% der Meldenden aus und buchten 93% der Gewinne.
- Personen im Alter 25–44 verursachten 71% der Veräußerungserlöse, aber nur 45% der Gewinne.
- Insgesamt beliefen sich die Veräußerungserlöse auf 13,8 Milliarden Pfund.
Steuerliche Einordnung und Meldepflichten
HMRC betont, dass steuerpflichtige Gewinne aus Kryptoassets wie andere Kapitalgewinne behandelt werden. Das offizielle Zitat der Regierung lautet:
«Taxes are due on cryptoasset gains just like any other gains.»
Die Zahlen erscheinen erstmals separat, weil die Steuererklärung (Self Assessment) jetzt eine gesonderte Rubrik für Kryptoasset-Veräußerungen enthält, zuvor wurden diese Posten zusammen mit anderen Vermögenswerten ausgewiesen.
Auf internationaler Ebene wird die Transparenz weiter erhöht: Nach dem vom OECD entwickelten Cryptoasset Reporting Framework müssen Kryptodienstleister ab 2027 Kundendaten an die Steuerbehörde liefern. HMRC beginnt, diese Daten 2027 zu erhalten; Anbieter, die nicht compliant sind, können mit Strafen von bis zu 300 Pfund pro Kunde belegt werden.
Gleichzeitig plant das Finanzministerium, die Besteuerung bestimmter DeFi-Vorgänge anzupassen: Gewinne aus DeFi-Lending und Einlagen in Liquidity Pools sollen erst bei tatsächlicher Veräußerung besteuert werden. Für den Steuerzeitraum 2025–26 müssen Gewinne über dem Freibetrag bis zum 31. Januar 2027 gemeldet werden.








