Ein Konzern aus Abu Dhabi steht laut Bericht des Wall Street Journal hinter einer 49%-Beteiligung an der Holdinggesellschaft, die mit der bedingt genehmigten US-Trustbank von World Liberty Financial verbunden ist. Die Enthüllung wirft politische und regulatorische Fragen in den USA auf.
Wer steckt hinter der Beteiligung?
Dem WSJ zufolge ist die Gruppe um Sheikh Tahnoon bin Zayed Al Nahyan hinter StringZ Holding RSC, dem Eigentümer von 49% der WLTC Holdings. Eine mit der Familie von US-Präsident Donald Trump verbundene Einheit halte dem Bericht nach weitere 38%.
Sheikh Tahnoon ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten nationaler Sicherheitsberater und Vorsitzender des KI-Unternehmens G42. Die US-Behörden hatten im November 2025 Exporte fortschrittlicher KI-Chips an G42 genehmigt, nachdem die USA und Abu Dhabi einen größeren Rahmen für KI-Kooperation vereinbart hatten.
Stand der Bankgenehmigung und politische Reaktionen
Das Office of the Comptroller of the Currency (OCC) erteilte der World Liberty Trust Company eine vorläufige, bedingte Genehmigung am 14. August, wie der veröffentlichte Entscheid bestätigt. Die Entscheidung nennt StringZ als Investor in WLTC Holdings und erwähnt unterzeichnete Verpflichtungen, die Einflussnahme auf die Bank zu unterbinden. Identitäten einzelner Investoren oder deren genaue Beteiligungen werden in der Entscheidung nicht offengelegt.
Die Trustbank darf erst den Betrieb aufnehmen, wenn sie die Vor-Eröffnungsanforderungen des OCC erfüllt und die endgültige Genehmigung erhält. Vorherige Transaktionen mit Beteiligung von Tahnoon — darunter eine Unterstützung für den Kauf von 49% an World Liberty Financial im Wert von 500 Millionen US-Dollar — hatten bereits politische Aufmerksamkeit erzeugt. Demokratische Senatoren forderten daraufhin Anhörungen zur Prüfung möglicher Einflüsse auf die US-Politik gegenüber den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Aus dem verfügbaren Bericht geht nicht hervor, ob oder wie die angestrebte Beteiligung die Entscheidungen der angefragten Institutionen beeinflusst hat. Ebenfalls liegen keine direkten Reaktionen der Trump-Organisation in dem zitierten Beitrag vor; Cointelegraph berichtete, vor Veröffentlichung keine Antwort erhalten zu haben.
Wesentliche Punkte der Berichterstattung auf einen Blick:
- StringZ Holding RSC soll 49% von WLTC Holdings halten.
- Eine Einheit, die mit Präsident Trump verbunden ist, soll rund 38% halten.
- OCC hat der World Liberty Trust Company eine vorläufige, bedingte Genehmigung erteilt (Entscheid vom 14. August).
- Die Bank braucht noch die Erfüllung der Vor-Eröffnungsbedingungen und die endgültige Genehmigung.
Die Kombination aus bedeutenden internationalen Investoren, politischen Verbindungen und sensiblen Technologiekooperationen macht das Vorhaben zu einem Thema von überregionaler Bedeutung. Beobachter werden die weiteren Schritte des OCC und mögliche parlamentarische Prüfungen aufmerksam verfolgen.
Solange die endgültigen Genehmigungen, vertraglichen Zusicherungen und mögliche Anhörungen nicht abgeschlossen sind, bleiben mehrere zentrale Fragen offen: Wie strikt werden die Nicht-Einfluss-Vereinbarungen durchgesetzt, welche Rolle spielen politische Beziehungen bei der Genehmigungspraxis, und wie reagiert die betroffene Öffentlichkeit auf die Verflechtung von Finanzprodukten und internationalen Interessen?








