Michael Burry erhöht Wetten gegen KI-Aktien trotz Anerkennung von Nvidia

Der Investor Michael Burry, bekannt geworden durch seine Wette gegen den US-Immobilienmarkt, hat seine Skepsis gegenüber dem aktuellen KI-Boom verstärkt und mehrere Short-Positionen ausgebaut. In einem Substack-Posting mit dem Titel «Nvidia, Friends, and the Rebel Alliance» kündigte er an, seine Short-Positionen in mehreren Technologie- und Softwarewerten vergrößert zu haben.

Strategie und Gewichtung im Portfolio

Laut Burry machen seine Short-Aktienpositionen, ohne Put-Optionen eingerechnet, inzwischen mehr als 21 Prozent seines Portfolios aus. Er hat zudem Absicherungen in Form von Call-Optionen erworben: Dezember-Calls mit Ausübungspreisen im mittleren bis hohen 200-Dollar-Bereich, die er ausdrücklich als Absicherung und nicht als reine Bullposition bezeichnete. Diese Calls sollen zwischen etwa 3,5 und 4 Prozent seines Gesamtportfolios ausmachen.

Burry betont, dass er Nvidias operative Stärke nicht grundsätzlich bestreitet. Vielmehr stellt er die Frage, wie lange diese Stärke aus seiner Sicht fortbestehen wird und ob sie ausreicht, um die aktuell hohe Marktbewertung langfristig zu rechtfertigen.

Argumentation gegen die langfristige Bewertung

Seiner Einschätzung nach scheint Nvidia trotz eindrucksvoller Ergebnisse «wildly undervalued» in Bezug auf Wachstum und vergleichsweise niedrige Gewinnmultiples, doch genau hier sieht er eine Diskrepanz: Der Markt habe die Dominanz Nvidias bereits weitgehend eingepreist, gleichzeitig könne die Aktie nicht dieselben außergewöhnlichen Wachstumsraten wie in den Vorjahren reproduzieren.

Burry argumentiert, dass die ökonomische Dauerhaftigkeit von Nvidias Vorteilen – also die Frage, wie lange das Unternehmen hohe Margen und quasi-monopolartige Positionen halten kann – ausschlaggebend für die richtige Bewertung sei. Falls diese Vorteile nur begrenzt anhalten, läge der theoretische Unternehmenswert seiner Meinung nach deutlich unter der aktuellen Marktkapitalisierung.

Sein Vorgehen ist dabei nicht auf Nvidia beschränkt. Er hat Short-Engagements in mehreren anderen Firmen aufgebaut, die er mit dem Software- und KI-Infrastruktur-Boom in Verbindung bringt.

  • Nvidia
  • Oracle
  • Palantir
  • Nebius

Diese Auswahl spiegelt laut Burry unterschiedliche Aspekte des KI-Ökosystems wider, gegen die er jeweils eine Überbewertung der langfristigen ökonomischen Vorteile wendet.

In der Zusammenfassung sieht sich Burry in einer bewussten Widerspruchsposition: Er erkennt einzelne Unternehmen als operativ stark an, hält ihre Aktienkurse aber dennoch für zu hoch bewertet, weil er an der Langlebigkeit der derzeitigen Profitabilität zweifelt. Sein Trade ist damit eine Wette darauf, dass der Markt die Dauer der aktuellen KI-Ökonomie zu optimistisch einschätzt.