Bitcoin-Prognosen: Bernstein sieht $300.000 bis 2029 – Quantensicherheit als Voraussetzung, warnen Experten

Eine neue Makro-Analyse der Investmentbank Bernstein prognostiziert, dass Bitcoin bis Mitte 2027 auf 150.000 US-Dollar und bis 2029 auf 300.000 US-Dollar steigen könnte. Die Autoren führen diesen Anstieg auf eine mögliche Souveränitätsverschuldungskrise und wachsende institutionelle Nachfrage zurück.

Quantensicherheit als Schlüsselfaktor

Der Gründer von Capriole Investments, Charles Edwards, merkte jedoch an, dass dieses historische Szenario nach seiner Einschätzung nur realistisch sei, «wenn» die Bitcoin-Core-Entwickler rechtzeitig quantenresistente Kryptographie implementieren. Edwards schätzt, dass die Angst vor dieser Bedrohung den aktuellen Preis des Vermögenswertes bereits künstlich um etwa 30% drücken könne und damit einen versteckten «Risikorabatt» erzeuge.

«If Bitcoin Core wakes up and solves quantum, this WILL happen.»

Ausmaß der Verwundbarkeit

Analysten weisen darauf hin, dass zwischen 20% und 30% des bestehenden Bitcoin-Angebots direkt durch Shors Algorithmus exponiert sein sollen. Zu diesen Beständen zählen dem Bericht zufolge frühe Wallets, einschließlich derjenigen mit öffentlich auf der Blockchain sichtbaren öffentlichen Schlüsseln.

Angesichts dieser Lage diskutieren Bitcoin-Core-Entwickler derzeit mehrere technische Vorschläge. BIP-360 schlägt postquantensichere Adressen auf Basis des ML-DSA-Algorithmus vor, während BIP-361 eine radikalere Maßnahme vorsieht: eine erzwungene Sperrung verwundbarer Legacy-Coins fünf Jahre nach einer Upgrade-Einführung.

Reaktionen im Ökosystem

Um die Arbeiten zur Quantenvorsorge zu beschleunigen, hat Galaxy Digital laut den vorliegenden Informationen fünf Millionen US-Dollar über eine Initiative namens «Bitcoin Quantum Readiness» bereitgestellt. Parallel dazu hat die Ethereum Foundation kürzlich ihre Layer‑1-Strategie angepasst und die anfälligere Poseidon2-Funktion zugunsten von SHA-256 und BLAKE aufgegeben, mit einem Upgrade-Ziel im Jahr 2029.

Weitere marktbezogene Messgrößen bieten jedoch eine nüchterne Perspektive: Glassnode-Onchain-Daten zeigen laut dem Bericht, dass das mathematisch gerechtfertigte Peak der aktuellen Bitcoin‑Rallye zwischen 134.000 und 180.000 US-Dollar liegen könnte. Kurzfristig müsse der Markt ein zentrales Widerstandsniveau bei 70.920 US-Dollar überwinden, wo sich die Hauptkostenbasis bestehender Positionen konzentriere.

Bernsteins optimistisches Supercycle-Szenario stoße damit auf reale on‑chain‑Widerstände nahe 71.000 US-Dollar, während das langfristige Ziel von 300.000 US-Dollar nach Auffassung der zitierten Stimmen direkt davon abhänge, ob Bitcoin umfassende kryptographische Reformen umsetzen könne.

Wichtige Punkte auf einen Blick:

  • Bernstein-Modell: $150.000 bis Mitte 2027, $300.000 bis 2029
  • Charles Edwards: Quantensicherheit als Voraussetzung, möglicher 30% Risikorabatt
  • Schätzungen: 20–30% des BTC-Angebots quantenexponiert
  • Diskutierte Maßnahmen: BIP-360 (post-quantum Adressen), BIP-361 (Sperrung von Legacy-Coins)
  • Ökosystemmaßnahmen: Galaxy Digital $5M Initiative, Ethereum Foundation-Änderung (Poseidon2 → SHA-256/BLAKE)
  • On‑chain-Einschätzung: MVRV-Peak 134.000–180.000 USD, Widerstand bei 70.920 USD

Die Debatte verbindet makroökonomische Optimismen mit technischen Sicherheitsfragen: Solange die Protokoll-Community und institutionelle Akteure nicht überzeugt sind, dass Bitcoin gegen zukünftige Quantenangriffe gewappnet ist, bleiben sowohl Preisprognosen als auch institutionelle Kapitalflüsse von dieser Unsicherheit beeinflusst.